Digitaler Textmarker: Eine Idee für iPad App Entwickler

Von Philippe, 26. Februar 2010 ·

Ich lese viel – nicht Bücher oder Tageszeitungen, sondern Online Zeitungen, Blogs und was mir sonst über den Tag hinweg vor den Bildschirm springt. Über einen ganzen Tag verteilt kommen einige Dutzend Artikel zusammen und in jedem fällt mir eines auf: Es mischt sich ziemlich viel Unwesentliches unter das Wesentliche. Man stelle sich vor, es gäbe einen Filter, der quasi automatisch die Trennung vornimmt. Und der Filter sind wir, die Leser! Leser filtern Artikel? Wie soll das gehen?

HighlighterUm es vorweg zu nehmen, ich bin kein Programmierer. Über technische Möglichkeiten mache ich mir keine Gedanken. Die Entwicklung des Internets zeigt mir ohnehin, dass (fast) alles möglich ist.

Warum Textmarker?

Viele werden sich noch an die guten alten Zeiten erinnern, als Skripte oder Bücher mit Textmarker angemalt wurden, sodass zu einem späterem Zeitpunkt wichtige Textpassagen schnell wieder gefunden werden konnten. Wurden die Skripte weitergeben, konnten sogar andere davon profitieren. Der Nutzen von Textmarkern ist einfach zusammengefasst: Wesentliches wird von Unwesentlichem getrennt. Man spart Zeit! Im Internet ist mir eine solche Textmarker-Funktionalität noch nicht begegnet.

Natürlich hat das Internet durchaus Dienste hervorgebracht hat, die Informationen filtern und komprimieren können wie beispielsweise die Suchmaschine Google, die das Finden von Webseiten einfach macht oder die digitale Enzyklopädie Wikipedia, die dadurch besticht, dass Beiträge auf das Wesentliche reduziert sind. Nun verbringe ich  relativ wenig Zeit auf Google oder Wikipedia. Vielmehr lese ich Blog-Beiträge oder Zeitungsartikel und mit mir tun das Millionen andere.

Und jetzt zur Idee

Jeder bekommt einen digitalen Textmarker, mit dem relevante Textstellen markiert und selbstdefinierten Kategorien zugeordnet werden können. Legt man nun alle Markierungen übereinander ergibt sich ein Muster, das über die Texte gelegt werden kann (Beispiele unten). Wichtiges wird von Unwichtigem getrennt – nicht von mir alleine, sondern von Abertausenden! Soziales Textmarken sozusagen.

Technisch stehen dieser Idee vermutlich einige Hindernisse im Weg. Wie soll das umgesetzt werden? Verschiedene Varianten scheinen mir möglich. Eine Online-Zeitung wie etwa die die ZEIT könnte die Funktionalität eines digitalen Textmarkers direkt auf ihrer Webseite anbieten. Vermutlich wäre es auch möglich, die Funktion in den Browser einzubauen – als Firefox Plugin oder Chrome Extension*. Google könnte einen digitalen Marker im Google Reader anbieten. Oder – und das ist wohl die interessanteste Option – der digitale Textmarker findet seinen Platz in einer iPad Applikation. Texte nicht nur zu lesen sondern mit ihnen zu “spielen”, spannende Absätze mit der Fingerkuppe in Register zu packen, stelle ich mir durchaus unterhaltsam vor. Neben der ganzen Spielerei bliebe der Hauptnutzen der gleiche: Texte könnten schneller gelesen werden!

*Aktualisiert: Marc hat in einem Kommentar auf Diigo hingewiesen: Ein digitaler Textmarker als Browser-Plugin. Mit Diigo (oder auch Clipmarks) können Textstellen markiert und mit Freunden geteilt werden. Ein Vorteil von Diigo ist, dass gespeicherte Lesezeichen direkt an Delicious gesendet werden können. Für mich sind diese Dienste im Wesentlichen deshalb interessant, weil sie es einem ermöglichen Interessantes zu speichern, sodass man es wieder findet. Davon profitieren jedoch nur relativ wenige – man muss ein registrierter Nutzer dieser Dienste sein. Das spricht für die Variante, die Funktion beispielsweise in Google Reader zu implementieren.

Artikel der Zeit mit makierten Textstellen

Artikel im Google Reader mit seitlicher Markierung

{ 3 comments… read them below or add one }

march. Februar 26, 2010 um 20:44

schöne textmarker gibts bei diigo ;-)

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Melanie Mellcolm Februar 26, 2010 um 20:46

Cool wäre, wenn jeder die Funktion nach Wunsch an- und abschalten könnte. Wenn ich die Hilfestellung benötige, sehe ich sie – wenn sie mich stört, blende ich sie aus.

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Onassis April 4, 2010 um 14:08

Ganz nebenbei, apple bekommt evtl. Schwierigkeiten wegen den Namen ipad.
pad bedeutet eigentlich Schreibblock, was auch passt.

Aber es gibt noch eine zweite Bedeutung und zwar Tampon oder Damenbinde.
Und nein, das ist KEIN Aprilscherz!
Hier der Link zu meiner Info: http://www.sueddeutsche.de/computer/441/501694/text/

Und Fujitsu stellt einen Antrag auf Namensschutz.

Also apple wird da noch ganz schön viel Ärger bekommen…

Onassis

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